Easy Traffic

Easy Traffic - 2016 Juli

                                        Kreisverkehrswacht                                                                                                         Polizeiinspektion

Schwandorf e.V.                                                                                                                Schwandorf

                                                                                 

easy-traffic – so ist`s richtig

 Thema: Verbandskästen in Kraftfahrzeugen

Gemäß § 35 h StVZO (Straßenverkehrszulassungsordnung) müssen Kraftfahrzeuge mit Verbandskästen ausgestattet sein. Diese selbst und deren Inhalt müssen gewissen Ansprüchen genügen, die in der sogenannten DIN 13164 geregelt sind.

Übrigens muss man einen älteren Verbandskasten nicht einfach wegwerfen. Wenn sie nach den Anforderungen der DIN 13164 nachgerüstet wurden und somit dem neuesten Stand entsprechen, dürfen sie auch weiterhin im Fahrzeug mitgeführt und verwendet werden.

Folgenden Inhalt müssen die Verbandskästen nach DIN 13164 aufweisen:

 

  • 1 Heftpflaster 5 m x 2,5 cm (DIN 1301)
  • 4 Wundschnellverbände 10 cm x  6 cm (DIN 13019)
  • 2 Fingerkuppenverbände
  • 2 Fingerverbände 12 cm x 2 cm
  • 2 Pflasterstrips 1,9 cm x 7,2 cm
  • 4 Pflasterstrips 2,5 cm x 7,2 cm
  • 2 Hautreinigungstücher (nicht für offene Wunden)
  • 1 Verbandspäckchen 6 cm x 8 cm (DIN13151)
  • 1 Verbandspäckchen 10 cm x 12 cm (DIN13151)
  • 2 Verbandspäckchen 8 cm x 10 cm (DIN13151)
  • 1 Verbandstuch 60 cm x 80 cm (DIN13152)
  • 2 Verbandstuch für Brandwunden 40 x 60 cm (DIN13152)
  • 6 Wundkompressen 10 x 10 cm
  • 2 Fixierbinden (DIN61634) 6 cm x 4 m
  • 3 Fixierbinden (DIN61634) 8 cm x 4 m
  • 2 Dreieckstücher (DIN 13168)
  • 1 Rettungsdecke (Mindestmaß: 210 x 160 cm)
  • 1 Erste-Hilfe-Schere (DIN 58279)
  • 4 Einmal-Handschuhe (DIN EN 455)
  • 1 Erste-Hilfe-Broschüre
  • 1 Inhaltsverzeichnis

Das Mitführen eines Verbandskastens ist absolut notwendig, da man im Umkehrschluss nach § 323c StGB (Strafgesetzbuch - Unterlassene Hilfeleistung) zur Hilfe, z.B. bei einem Straßenverkehrsunfall, gegenüber anderen Personen verpflichtet ist. Ferner begeht man eine Verkehrsordnungswidrigkeit, wenn man den Verbandskasten nicht oder nicht mit vollständigen Material mitführt. Haben Sie Zweifel, ob ihr Verbandskasten noch den Erfordernissen entspricht, wenden Sie sich an ihre Apotheke. Dort wird der Verbandskasten überprüft und kann gegebenenfalls ergänzt werden.  

 

Easy Traffic - 2017 Februar

     Kreisverkehrswacht                                                                                                         Polizeiinspektion

Schwandorf e.V.                                                                                                                Schwandorf

                                                                                 

easy-traffic – so ist`s richtig

 Thema: Sicherheit beim Radfahren

Das Fahrrad ist als Verkehrs- und Transportmittel oder als Sportgerät in der Freizeit auf unseren Straßen zu sehen. Radfahrende sind Verkehrsteilnehmer, die neben den zu Fußgehenden den geringsten Schutz zur Verfügung haben und sind deshalb besonders darauf angewiesen, dass die Verkehrsregeln eingehalten werden. Die Verkehrsunfallstatistik zeigt aber auch, dass sie selbst einen hohen Beitrag zur Verkehrssicherheit erbringen müssen, werden doch rund 67 % der Verkehrsunfälle durch sie selbst verursacht.

Radfahrende sind, wie alle anderen Verkehrsteilnehmer auch, zur gegenseitigen Rücksichtnahme gemäß § 1 II StVO (Straßenverkehrsordnung) verpflichtet. Sie müssen sich so verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Bei der Benutzung von Straßen haben die Radfahrenden immer eine beabsichtigte Fahrtrichtungsänderung mit Handzeichen anzukündigen. Dabei sind sowohl der entgegenkommende als auch der nachfolgende Verkehr zu beobachten. Dies gilt vor allem beim Abbiegen, wie auch bei der Vorbeifahrt an haltenden oder parkenden Fahrzeugen (§ 9 StVO).

Grundsätzlich haben Radfahrende hintereinander zu fahren. Sie dürfen nebeneinander fahren, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird (§ 2 IV StVO).

Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr müssen, ältere Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr dürfen mit ihren Fahrrädern die Gehwege benutzen. Gehweg müssen von Kindern dann nicht benutzt werden, wenn ein Radweg vorhanden ist. Auf zu Fußgehende ist besonders Rücksicht zu nehmen. Achtung: Beim Überqueren einer Fahrbahn müssen Kinder absteigen und ihr Fahrrad schieben. Sie dürfen die Fahrbahn nicht fahrend überqueren (§ 2 V StVO). Eine begleitende radfahrende Person (Mindestalter 16 Jahre) darf ebenfalls die Gehwege benutzen. Andere begleitende Radfahrende dürfen die Gehwege nicht benutzen und müssen auf der rechten Straßenseite fahren (Ausfluss aus der StVO-Novelle vom 01.01.2017).

Radfahrende dürfen sich nicht an andere Fahrzeuge anhängen. Ebenso darf nicht freihändig gefahren werden. Die Füße dürfen nur von den Pedalen oder den Fußrasten genommen werden, wenn der Straßenzustand oder die Verkehrssituation dies erfordert (§ 23 III StVO).

§ 28 I StVO gestattet, dass ausschließlich Hunde von Radfahrenden geführt werden dürfen. Hierbei ist jedoch besondere Vorsicht und eine gehörige Portion Übung verlangt. Es kommt häufiger vor, dass Hunde, die bei besonderen Verkehrssituationen falsch reagieren, sich und ihr radfahrenden Hundeführer in Verkehrsunfälle verwickeln.

Radfahrende haben das Recht, einen vorhandenen Seitenstreifen zu benutzen. Eine Benutzungspflicht besteht jedoch nicht. Es kommt hierbei auf eine zumutbare Beschaffenheit und einen zumutbaren Zustand des Seitenstreifens an.

Nach § 18 StVO dürfen Radfahrende nicht auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen fahren. Dies ergibt sich aus dem Umkehrschluss, wonach nur Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 60 km/h Autobahnen und Kraftfahrstraßen benutzen dürfen.

Es besteht für Radfahrende zwar keine Schutzhelmtragepflicht, doch sollte jeder "Radler" aufgrund der aus der Benutzung eines Fahrrades z.B. wegen der gefahrenen Geschwindigkeit, daran denken, dass aufgrund des fehlenden Schutzes erhebliche Verletzungsgefahren, insbesondere im Kopfbereich, bestehen.

Auch Radfahrende müssen nüchtern ihr Fahrzeug durch den Straßenverkehr lenken. So wurde in den vergangenen Jahren durch entsprechende Urteile festgesetzt, dass die absolute Fahruntüchtigkeit bei Radfahrenden in der Regel bei 1,6 Promille (0,8 mg/l) beginnt. Auch hier ist die Fahrerlaubnis für Kraftfahrzeuge akut gefährdet. Aber auch ab 0,3 Promille droht schon Ungemach.

Nicht nur am Steuer eines Kraftfahrzeuges ist es verboten, mit dem Handy zu telefonieren (§ 23 StVO), auch die Konzentration der Radfahrenden wird durch das Telefonieren während des Fahrens gestört. Außerdem müssen Radfahrende in der Regel beide Hände am Lenker haben, um sich sicher im Straßenverkehr bewegen zu können.

Die Benutzung von vorhandenen Radwegen ist zwingend vorgeschrieben (§ 41 II Nr. 5 StVO), wenn die jeweilige Fahrtrichtung durch die Verkehrszeichen

                         

Zeichen 237                                    Zeichen 240                                   Zeichen 241

 

gekennzeichnet ist. Radwege und Sonderwege, dienen der Verkehrsentmischung und der Unfallverhütung. Grundsätzlich haben Radfahrende den rechten Radweg zu benutzen. Den linken Radweg dürfen sie nur benutzen, wenn dieser wie bereits erwähnt, für die Gegenrichtung durch Verkehrszeichen freigegeben ist (§ 2 IV S. 2 StVO). Verläuft rechts kein  Radweg, so muss der linke Radweg benutzt werden, wenn dieser für die Gegenrichtung durch Verkehrszeichen freigegeben ist.

Häufig wird beobachtet, das Radfahrende mit Rennrädern die vorgeschriebenen Radwege nicht benutzen. Grundsatz: die vorgenannten Radweg-Regelungen gelten für alle verwendeten Fahrräder.

Radfahrstreifen sind für Radfahrende reserviert. Radfahrende müssen Radfahrstreifen benutzen (Z. 237). Andere Fahrzeugführer dürfen diese nur zur Querung überfahren, z.B. zum Einparken auf nebenliegende Parkstreifen oder zur Zufahrt von Grundstücken etc.

Radfahrstreifen 

Schutzstreifen für Radfahrende sind zur bevorzugten Nutzung durch Radfahrende vorgesehen. Andere Fahrzeugführer sollen außerhalb des Schutzstreifens fahren, jedoch ist die Benutzung des Schutzstreifens im Bedarfsfall gestattet.

Schutzstreifen für Radfahrende

Radfahrende dürfen nicht über Fußgängerüberwege (sog. Zebrastreifen) nach § 26 StVO fahren. Sie müssen absteigen und ihr Fahrrad schieben. Am Fußgängerüberweg haben nur zu Fußgehende, sowie Fahrer von Krankenfahrstühlen oder Rollstühlen, die Vorrechte nach § 26 StVO.

Radfahrende dürfen eine mit Zeichen 220 gekennzeichnete Einbahnstraße nur in die dafür vorgesehene Fahrtrichtung befahren. Wollen Sie die Einbahnstraße in die entgegengesetzte Richtung benutzen, müssen Sie ihr Fahrrad als Fußgänger auf einem Gehweg schieben. In Schwandorf hält sich seit Jahren hartnäckig das Gerücht, die Friedrich-Ebert-Straße dürfe als Einbahnstraße auch entgegen der vorgeschriebenen Richtung von Radfahrern befahren werden. Hiermit wird nochmals eindringlich darauf hingewiesen, dass dies nicht der Fall ist. In der Friedrich-Ebert-Straße entgegen der Fahrtrichtung zu fahren ist aufgrund der einmündenden Straßen Bahnhofstraße und Schwaigerstraße sehr gefährlich, da die einbiegenden Verkehrsteilnehmer aufgrund der vorhandenen Beschilderung nicht damit rechnen, dass von links ein Fahrzeug kommen kann.

Es kommt aber nicht nur auf das Verhalten im Straßenverkehr an. Auch das Fahrrad muss, wie in der unten dargestellten Weise ausgerüstet sind, um die Verkehrssicherheit durch Erkennbarkeit und Sichtbarkeit zu erhöhen.

In § 23 I StVO ist geregelt, dass alle vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen des Fahrrades auch am Tage vorhanden und betriebsbereit sind müssen.

 

 

Easy Traffic - 2016 August

                                     Kreisverkehrswacht                                                                                                         Polizeiinspektion

Schwandorf e.V.                                                                                                                Schwandorf

                                                                                 

easy-traffic – so ist`s richtig

 Thema: Ablenkung im Straßenverkehr

Ablenkung im Straßenverkehr ist seit je her ein Problem. Grundsätzlich gibt es eine Vielzahl an Ursachen für Ablenkung. Neu dimensioniert wurde die Ablenkung jedoch mit dem Siegeszug von Informations- und Unterhaltungssystemen im Auto sowie von Smartphones. Dabei sind aber alle Verkehrsteilnehmer, egal ob Autofahrer, Motorrad- bzw. Radfahrer oder Fußgänger, gleichermaßen betroffen.

Obwohl klar ist, dass Ablenkung eine häufige Unfallursache ist, hinterlässt sie kein typisches Unfallbild. Ganz im Gegenteil kann die Ablenkung in zweiter Ordnung hinter vielerlei Unfallursachen stecken.

Ablenkung ist ein weit verbreitetes Phänomen. Die davon ausgehenden Gefahren werden dagegen von vielen unterschätzt.

Wissenschaftlich betrachtet gibt es drei Formen der Ablenkung, wobei jede Form eigene charakteristische Merkmale aufweist.

1. Visuelle Ablenkung

Der Blick ist für den Zeitraum der Ablenkung nicht auf die Straße gerichtet. Ursache dafür können bewusste Handlungen ebenso wie Ereignisse, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen und die uns dazu verleiten, den Blick dorthin zu wenden.

2. Mentale Ablenkung

Der Blick ist zwar auf die Straße gerichtet und die Gefahrensituation wird grundsätzlich gesehen, aber mental nicht erkannt. Ursächlich können hier zum Beispiel abschweifende Gedanken, starke Emotionen oder ein Telefonat sein.

3. Motorische Ablenkung

Sowohl der Blick als auch die Konzentration sind auf die Straße gerichtet. Aufgrund motorischer Ablenkung ist es dem Fahrer aber nicht möglich, auf das Fahrgeschehen angemessen einzuwirken. Ursächlich hierfür ist oft das Essen oder Trinken während der Fahrt.

In unserer heutigen Zeit gilt die Multitasking-Fähigkeit als modern. Effizienz und Leistungsfähigkeit werden dadurch scheinbar gefördert oder zumindest nachgewiesen. Die Wissenschaft belegt aber das Gegenteil. Das menschliche Gehirn ist nämlich nicht in der Lage, mehr als zwei Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen. Mehrere gleichzeitig angegangene Aufgaben vermindern schließlich sogar die Leistungsfähigkeit und im gleichen Rahmen steigt unser Stresspegel.

Die häufigste Art der Ablenkung sind wohl unsere Gedanken. Abschweifende Gedanken führen dazu, dass visuell die Gefahrensituationen zwar gesehen werden, sie werden jedoch nicht als solche erkannt und somit wird nicht oder falsch darauf reagiert. Starke Emotionen, egal ob positiv oder negativ, verstärken diesen Effekt noch.

Der Gebrauch von Smartphones und Handys während des Führens eines (Kraft-)Fahrzeugs oder auch beim zu Fuß gehen steigern das Unfallrisiko enorm. So hat eine US-Studie erkannt, dass alleine das Schreiben einer SMS die Unfallwahrscheinlichkeit um das 23-fache erhöht. Beim Telefonieren selbst steigt die Wahrscheinlichkeit immerhin noch um das 6-fache. Dabei ist auch zu beachten, dass das Telefonieren unter Benutzung einer Freisprechanlage ebenfalls die Unfallwahrscheinlichkeit erhöht.

 

Bei der Fahrt sollten auch Navigations- und Kommunikationssysteme nicht bedient werden. Das Navigationsgerät zum Beispiel sollte unbedingt vor Fahrtantritt programmiert werden. Wird das Navigationsgerät richtig verwendet, wird die Ablenkung sogar verringert, weil das Lesen von Straßennamen oder die Zielsuche mittels Straßenkarten entfällt.

Auch das Musikhören kann bei allen Arten der Fortbewegung ablenken. Es kommt immer auf die Lautstärke an. Auch auf unsere Emotionen hat Musik einen starken Einfluss.

Zur Ablenkung tragen schließlich auch Mitfahrende oder die Dynamik von Gruppen bei, wobei das Phänomen der Gruppenfahrten vor allem bei Motorrad- oder Fahrradfahrern auftritt. Häufig wird bei Gruppenfahrten der Sicherheitsabstand untereinander unterschritten, was zur Reduzierung der Fehlertoleranz (Reaktionszeit) führt. Außerdem verführt das Zugehörigkeitsgefühl an Ampeln häufig zu Rotlichtverstößen (Nachzieheffekt). Interne Rennen, Überholmanöver oder das Auseinanderreißen der Gruppen erhöhen zusätzlich den Stress und können zur mentalen Ablenkung werden.

Beifahrer und Kinder führen häufig auch zu erheblichen Ablenkungen. Emotionale Streitgespräche sollten währen der Fahrt vermieden werden. Dagegen kann ein aktiver Beifahrer den Fahrzeugführer (z.B. bei der Navigation) unterstützen.

Fazit: Vor dem Antritt einer Fahrt oder vor dem losgehen, sollte jeder Verkehrsteilnehmer noch einmal sich daran erinnern, dass es nur eine einzige Aufgabe im Straßenverkehr gibt. Sicher ankommen und Andere nicht gefährden.

 

Easy Traffic - 2016 Juni

                                        Kreisverkehrswacht                                                                                                         Polizeiinspektion

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easy-traffic – so ist`s richtig

 Thema: E-Bike, Pedelec, Elektrofahrrad?

Früher hießen sie schlicht Elektrofahrrad oder Fahrrad mit Hilfsmotor. Heute unterteilt man die Zweiräder mit Elektromotor in E-Bikes (Elektromotor wird über einen Drehgriff reguliert), die Pedelec 25 (Pedal Electric Cycle - durch Tretkraft gesteuerte elektrische Unterstützung bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h) und die Pedelec 45 (ebenfalls durch Tretkraft gesteuerte elektrische Unterstützung bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h).

Reicht für E-Bikes und Pedelec 25 ein Fahrradhelm (EN 1078 bzw. EN 1080) aus, der immer zu empfehlen ist, so herrscht für Pedelec 45 Helmpflicht, da sie rechtlich Kleinkrafträder darstellen (ECE 22-05).

Folgende Sicherheitstipps sollten beachtet werden, wenn man mit einem Pedelec unterwegs ist:

Tempo anpassen - für Autofahrer ist es nicht immer leicht zu erkennen, dass jemand auf einem Pedelec unterwegs ist. Pedelec-Nutzer müssen ihre Geschwindigkeit den Verkehrsverhältnissen anpassen, aber auch die Erwartungshaltung anderer Verkehrsteilnehmer einbeziehen.

Helm tragen - besonders empfehlenswert, da durch die hohen Geschwindigkeiten sehr große Kräfte auf den Kopf bei einem Sturz einwirken können.

Bremsen beherrschen - auch zu starkes, einseitiges Bremsen kann zu Stürzen führen. Bremsen Fahrer zu stark hinten, kann das Pedelec ausbrechen. Bremsen sie zu stark vorne, können sich Fahrer überschlagen oder bei schlechter Traktion seitlich wegrutschen. Am besten machen sich Anfänger auf einem verkehrsfreien Weg mit den Bremsen ihrer Pedelec vertraut. So können sie ihren Bremsweg besser einschätzen und sicherer anhalten. Vorausschauendes Fahren mindert die Notwendigkeit, abrupt bremsen zu müssen.

Auf Sichtbarkeit achten - Vorteilhaft ist bequeme und gut sichtbare Kleidung mit reflektierenden Applikationen, das Tragen eines Fahrradhelms mit Reflektoren, Handschuhe mit ausreichender Beweglichkeit der Hände und Finger, leichte Schuhe mit rutschfesten Sohlen sowie Klammern am Hosenbein, um das Einklemmen am Tretlager, der Kette und den Speichen zu vermeiden.

Pedelec gut warten - Regelmäßige Pflege ist wichtig. So sollen stets die Reifen ausreichend aufgepumpt sein. Schmutzige Akku-Gehäuse sind mit einem feuchten Lappen abzuwischen. Kontakte können mit einem trockenen, saugfähigen Tuch gereinigt werden. Außerdem sollen die Bremsen und das Licht regelmäßig auf Funktion hin überprüft werden. Professionelle Inspektionen sind generell zu empfehlen.

 

Easy Traffic - 2016 September

                                            Kreisverkehrswacht                                                                                                         Polizeiinspektion

Schwandorf e.V.                                                                                                                Schwandorf

                                                                                 

easy-traffic – so ist`s richtig

 Thema: Halten an der Haltelinie

Zeichen 294 - Haltelinie ordnet an, dass ein Fahrzeug hier halten muss. Eine Haltelinie wird in aller Regel dann markiert, wenn durch Zeichen 206 (Halt. Vorfahrt gewähren - oder besser bekannt als STOP-Zeichen), bei Lichtzeichenanlagen (Ampeln) oder Schranken (Bahnübergängen) es geboten ist, genau dort anzuhalten, wo sich die Haltelinie befindet. Der Fahrzeugführer hat hier somit keine Wahlmöglichkeit.

 

Doch was ist zu tun, wenn die Haltelinie dort angebracht ist, wo noch keine Sicht, z.B. an einer Kreuzung gegeben ist. Hier besteht die Straßenverkehrsordnung darauf, dass auf jeden Fall das Haltgebot durch Zeichen 294 eingehalten wird. Jedoch wird der Fahrzeugführer einen Satz weiter zusätzlich verpflichtet, an der sog. Sichtlinie zu halten, wenn dies erforderlich ist.

Die Erforderlichkeit ist nicht abschließend definiert. Sie verlangt vom Fahrzeugführer eine selbstständige Entscheidung im jeweiligen Einzelfall. Kommt es zum Beispiel dann zu einem Verkehrsunfall, weil der Fahrzeugführer nicht zusätzlich an der Sichtlinie angehalten hat, so trifft ihn trotzdem die Schuld, auch wenn er an der Haltelinie gehalten hat.